Tepel.katholischbeyond

Im Museum – zwischen den Schritten

Eigentlich gehe ich selten ins Museum.
Aber „Art.Science.Fiction“ versprach Begegnungen an den Rändern des Denkbaren. Also ging ich hin.

In der ersten Halle: Schwarze Löcher. Die Darstellung des Undarstellbaren. Bilder für etwas, das sich nicht zeigen lässt.

Je länger ich davor stand, desto mehr schien mir das Vertraute darin zu liegen: Nicht alles, was wirklich ist, lässt sich abbilden. Nicht alles, was trägt, lässt sich festhalten.

Vielleicht liegt die Wahrheit solcher Bilder gerade darin, dass sie ihr Scheitern nicht verbergen. Sie zeigen etwas, indem sie zeigen, dass es sich nicht zeigen lässt.

Weiter durch die Hallen, vorbei an einer kommunizierenden nordfriesischen Miesmuschel (dazu ein anderes Mal, oder auch nicht).

Dann: “Galopp.dot”. Der Sekundenbruchteil, in dem ein galoppierendes Pferd alle vier Hufe zugleich in der Luft hat. Schwebend. Kein Huf berührt die Erde. Noch nicht angekommen. Nicht mehr abgestoßen.
Ein Moment ohne Ort. Zwischen zwei Sicherheiten.

Und plötzlich schien mir dieser Augenblick vertraut.
Vielleicht entstehen die wichtigsten Dinge genau dort: im Übergang. Dort, wo eine Grenze überschritten wird und noch nicht klar ist, was auf der anderen Seite wartet.

Zwei Bilder. Ein schwarzes Loch. Ein schwebendes Pferd.
Beide erzählen von etwas, das sich dem Zugriff entzieht.
Und vielleicht beginnt genau dort Begegnung.


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